David Bolius
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Wenn ich versuche, meine persönlichen Interessen mit einem Wort zu beschreiben, fällt mir als erstes Vielfältigkeit ein. Das betrifft den Sport ebenso wie das fachliche Interesse, wo allerdings klar ein Schwerpunkt bei den Naturwissenschaften zu finden ist. Wissenschaft bietet oft eine Antwort auf die vielen Fragen, wie denn unsere Welt funktioniert. Besonders spannend sind natürlich auch ihre Grenzbereiche, wo wir es auf einmal mit Dingen zu tun bekommen, die wir nicht oder noch nicht erklären können. Die Neugierde, den Dingen auf den Grund zu gehen, hat mich geprägt. Gleichzeitig hat es mir immer Spaß gemacht, die Erkenntnisse mit anderen zu teilen und auch komplexe Zusammenhänge so zu erklären, dass sie gut verstanden werden können.

Bei der Wahl der Studienrichtung musste ich das Interessensgebiet eingrenzen. Meine Wahl fiel auf Chemie, da diese Wissenschaft praktisches und theoretisches Arbeiten beinhaltet und außerdem mir noch am ehesten Berührungspunkte zu anderen Gebieten wie Mathematik, Physik und Ökologie zu haben schien. Mathematik und Physik haben mich immer interessiert, ich habe sie aber als zu theoretisch empfunden.

Seit Beginn meines Studiums haben mich auch das Thema des Klimawandels und die Frage, inwieweit der Mensch mitmischt, fasziniert. Hierbei handelt es sich um ein Forschungsgebiet, dessen Erkenntnisse von direkter Bedeutung für die Gesellschaft sind. So sind zum Beispiel die landwirtschaftliche Produktion, der Tourismus (Rückgang der Schneebedeckung) oder Siedlungsgebiete in Küstennähe (Anstieg des Meeresspiegels) direkt von Klimaveränderungen betroffen - alles Themen, die auch weit in die Politik hineinreichen. Klimaforschung ist ein Paradebeispiel für Interdisziplinarität, involviert sie doch Mathematik, Physik, Chemie, Meteorologie, Geologie und Biologie. Nach meinem Studienabschluss beschloss ich, dieser Problematik meine Dissertation zu widmen. Dabei ging ich daran mittels Analyse von Gletscherarchiven aus den Anden und den Alpen, die natürliche Klimavariabilität in der Vergangenheit zu rekonstruieren.

Nach Abschluss dieser Arbeit habe ich mich der angewandten Klimaforschung und den Anpassungsmöglichkeiten an den Wandel zugewandt. Dabei untersuche ich zur Zeit die Anwendung von saisonalen Witterungsprognosen in der Landwirtschaft. Mit Hilfe solcher Prognosen sollen in Zukunft Entscheidungsprozesse wie die Wahl des Saatguts, die Optimierung des Zeitpunkts der Ernte oder der Aufbringung von Düngemittel optimiert werden. Diese Arbeit führe ich im Rahmen einer PostDoc Anstellung an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon in Zürich durch.

 

 

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